In vielen Feeds tauchen derzeit immer wieder scheinbar „normale“ Artikel auf, die mit einem bekannten Gesicht starten und dann plötzlich bei Kryptowährungen landen. Mal wirkt es wie ein Interview, mal wie ein TV-Ausschnitt, mal wie ein „Leak“ aus einer Talkshow. Wer klickt, landet nicht selten auf Seiten, die seriös aussehen – und trotzdem nur ein Ziel haben: Daten einsammeln oder zu einer fragwürdigen Registrierung drängen.
Wichtig ist dabei: Dass ein prominentes Foto im Teaser auftaucht, heißt noch lange nicht, dass diese Person jemals etwas empfohlen hat. Im Gegenteil: Bekannte Gesichter werden häufig als Köder genutzt, weil sie Aufmerksamkeit bringen und Vertrauen triggern.
Warum diese Masche gerade so oft funktioniert
Viele Menschen informieren sich heute schnell nebenbei: ein Blick aufs Handy, ein Klick in der Mittagspause, ein kurzer Scan der Überschrift. Genau darauf setzen Betrüger – mit Inhalten, die wie Nachrichten wirken, aber mit klassischen Manipulationsmustern arbeiten:
starke Emotionen („Schock“, „Enthüllt“, „Verboten“)
künstliche Dringlichkeit („nur heute“, „letzte Chance“)
angebliche Insider-Story („TV-Auftritt“, „geheimes Interview“)
möglichst einfache Lösung („in Minuten“, „ohne Vorkenntnisse“)
Moderne Tools wie KI-gestützte Bildbearbeitung und Deepfake-Technik machen es zudem leichter, Videos oder Screenshots „echt“ aussehen zu lassen – auch wenn sie es nicht sind.
7 Warnzeichen, die du sofort prüfen kannst
Du musst kein Technikprofi sein. Oft reichen ein paar Sekunden, um zu erkennen, ob etwas nicht stimmt.
1) Die Überschrift klingt zu extrem
Wenn eine Headline nur aus Superlativen besteht („krass“, „unglaublich“, „alle reden darüber“) und kaum Fakten liefert, ist Vorsicht angebracht.
2) Es gibt keine klaren Quellen
Seriöse Artikel nennen nachvollziehbare Quellen, Daten, Orte oder dokumentierte Aussagen. Bei Fake-Storys bleibt alles vage: „Insider berichten“, „Experten warnen“, „es wurde bekannt“.
3) Die Seite wirkt wie ein Nachrichtenportal – aber ohne Impressum
In Deutschland ist ein Impressum ein starkes Indiz für Seriosität. Fehlt es, ist es unvollständig oder schwer auffindbar, sollte man skeptisch werden. Gleiches gilt für Datenschutzangaben.
4) Der Link (Domain) sieht „komisch“ aus
Achte auf:
ungewohnte Endungen
viele Bindestriche
Tippfehler (z. B. ein Buchstabe zu viel/zu wenig)
Domains, die seriöse Marken nachahmen
5) Druck zur Registrierung oder zur Eingabe von Telefonnummer/E-Mail
Wenn du schon nach wenigen Scrolls aufgefordert wirst, Kontaktdaten einzugeben („um weiterzulesen“ oder „um Zugriff zu erhalten“), ist das ein typisches Alarmzeichen.
6) Kommentare wirken unnatürlich
Viele Fake-Seiten zeigen „Kommentare“ mit immer gleichen Formulierungen, sehr ähnlichen Profilbildern oder übertrieben positiven Aussagen – oft ohne echte Diskussion.
7) Es wird mit „garantierten“ Ergebnissen gespielt
Bei Geldthemen gilt grundsätzlich: Wer mit Sicherheit und Garantie arbeitet, versucht häufig Vertrauen zu erzwingen. Seriöse Informationen bleiben nüchtern und nennen auch Risiken.
Typische Varianten: So sehen die Fälle in der Praxis aus
Damit du das Muster schneller erkennst, hier die häufigsten Formen:
Fake-Interview: Ein Promi „soll“ etwas gesagt haben, aber es gibt keinen verifizierbaren Originalausschnitt.
Fake-TV-Screenshot: Ein Standbild, das wie eine Sendung aussieht – oft ohne erkennbare Sender-Elemente, dafür mit dramatischem Kontext.
Klon-Seite: Ein Portal, das Design und Aufbau echter Newsseiten kopiert, aber eine andere Domain nutzt.
„Weiterleitung“: Der Artikel endet plötzlich in einem Formular oder einem angeblichen „Zugang“, der Daten abfragt.
Was du tun kannst, wenn du unsicher bist
Wenn du nicht sicher bist, ob ein Artikel echt ist, helfen diese Schritte:
Domain prüfen: Stimmt die Webadresse wirklich mit dem Medium überein?
Impressum & Datenschutz checken: Gibt es echte Angaben, Ansprechpartner, Unternehmensdaten?
Nach Originalquelle suchen: Gibt es die Aussage/Sendung auch auf offiziellen Kanälen?
Keine Daten eingeben: Telefonnummer, E-Mail oder Zahlungsdaten niemals „zum Test“ hinterlassen.
Browser schließen und Verlauf prüfen: Bei dubiosen Seiten Tabs schließen, ggf. Cookies/Cache löschen.
Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren: Besonders für E-Mail-Konten, weil darüber vieles zurückgesetzt werden kann.
Warum das Thema auch seriöse Krypto-Infos überschattet
Kryptowährungen sind ein großes Thema – und gerade deshalb ziehen sie Trittbrettfahrer an. Zwischen neutralen Erklärtexten und dubiosen „Erfolgsgeschichten“ liegen Welten. Wer sich informieren will, sollte sich Zeit nehmen und mehrere Quellen vergleichen, statt einer einzigen, emotionalen Story zu folgen.
Fazit: Vorsicht ist keine Panik – sondern Routine
Das Ziel ist nicht, alles zu misstrauen. Sondern sich ein paar einfache Checks anzugewöhnen: Domain, Impressum, Quellen, Datendruck. Damit lassen sich viele Fallen schon vor dem ersten Schritt erkennen.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen können Risiken bis hin zum Totalverlust beinhalten.