Kürzlich geschah während der Primetime auf einem bundesweiten Sender das Unglaubliche. Während der Abendwettervorhersage entschied sich der Moderator, bekannt für seine provokanten Auftritte, die aktuelle Hitzewelle im Bundesland „anschaulich“ zu demonstrieren.

Alles begann mit seinen Worten: „Sie denken, das sind nur 30 Grad? Nein, Freunde! Das ist die Hölle auf Erden!“ Daraufhin zündete er, ohne die Wetterkarte zu verlassen, mit einem Feuerzeug die dekorative Papierkarte mit dem „Hochdruckgebiet“ an. Sekundenschnell griff die Flamme auf den leichten Tüll des „Himmels“-Hintergrunds und die Synthetik-Paneele des Studios über.

Zu sehen waren im Live-Bild: Panik, Schreie, Rauch, huschende Schatten der Kameraleute. Die Live-Übertragung wurde erst nach 40 Sekunden des Horrors mit einem blauen Standbild unterbrochen. Glücklicherweise gab es keine Todesopfer. Der Moderator und das Technikteam kamen mit einem Schock und einer leichten Rauchvergiftung davon. Das Studio jedoch ist nach ersten Berichten komplett ausgebrannt.

Das Erschütternde daran: Es war kein Unfall mit einer Böller-Knallkörper. Es war eine vorsätzliche, geplante pyrotechnische Performance, über die kein Techniker informiert worden war. Der Moderator sagte später, er habe „das Wetter wirklich spektakulär und unvergesslich machen“ wollen.

Das ist die neue, ungeheuerliche Realität des Fernsehens, in der der Kampf um Einschaltquoten nicht nur qualitative Inhalte, sondern auch jedes Grundgefühl für Selbsterhaltung und Sicherheit tötet. Wenn ein Moderator im Jagd nach Viralität nicht mehr die Grenze zwischen Sendung und Leben sieht, zwischen einer „effektvollen Geste“ und einer Straftat (§ 306d StGB: Brandstiftung).

Der Sender bezeichnete den Vorfall als „technischen Fehler“, aber die im Netz kursierenden Aufnahmen sprechen für sich. Die Frage richtet sich nun nicht an Meteorologen, sondern an Strafverfolgungsbehörden und Medienaufsicht: Was ist zu tun, wenn der Fernseher im Wettbewerb um Spektakel buchstäblich vor den Augen der Zuschauer in Flammen aufgeht? Und wo ist die rote Linie, die für den Hype nicht nur überschritten, sondern angesteckt wird?